Das Bürger-Energie-Projekt Solarkraft Tangerland kann ab sofort den Jahresstrombedarf von etwa 1.650 Menschen decken. „Seit heute sind insgesamt sieben Photovoltaikanlagen in der südöstlichen Altmark am Netz angeschlossen“, sagt Projektentwickler Marcus Biermann am Mittwoch (11. Dezember) in Tangerhütte. Die gesamte Nennleistung der Anlagen betrage zusammen rund 2.200 Kilowatt-p. Zuletzt gingen die Solaranlagen in Schernebeck und Cobbel ans Netz. Die Anlagen in den Orten Ringfurth, Sandfurth, Birkholz, Polte und Uetz erzeugen bereits erneuerbaren Strom. Die Anlage in Grieben steht noch aus.

Wie es mit dem Bürger-Energie-Projekt weitergeht, informieren die Projektentwickler am 17. Januar in Tangerhütte. „Ab 17 Uhr laden wir alle Interessierten ins Kulturhaus ein“, sagt Marcus Biermann. Es gehe darum, wie beispielsweise Einwohner der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte zukünftig ihre Dächer mithilfe der Installation von Solaranlagen sanieren können. „Bürger können auch gern ihre Dachflächen zur Verfügung stellen oder sich finanziell am Crowdfunding des Projektes beteiligen.“ Jeder sei eingeladen, von den Vorteilen der erneuerbaren Energien in einem gemeinsamen Projekt zu profitieren.

Das Projekt Solarkraft Tangerland ist einmalig in der Region und vergleichbar mit Genossenschaftsmodellen. Einwohner und Geschäftsleute in der Altmark können sich am Aufbau von Solaranlagen beteiligen und somit auch finanziell profitieren. Es geht um Wertschöpfung in einer ländlichen Region, Umweltschutz durch die Produktion von Solarenergie in Zeiten des Kohleausstieges und ganz nebenbei um die Sanierung von Dachflächen. Die dezentrale Stromerzeugung passt zu einer ländlichen Region.

Die ersten Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 2.500 kWp sind bereits installiert, etwa in den Ortschaften Polte, Uetz, Sandfurth, Cobbel, Birkholz, Schernebeck und Grieben. Die insgesamt acht Anlagen befinden sich entweder im Bau oder stehen kurz vor der Inbetriebnahme. Das Projekt möchte nicht nur grünen Strom erzeugen. „Es geht uns insbesondere darum, die Menschen in der Region mit Kapital und Gesellschaftsanteilen einzubinden, Dächer zu sanieren und die Menschen der Region auf kurzem Wege nachhaltig mit Strom zu versorgen“, sagte Projektentwickler Biermann. Bei einer Beteiligung sei eine feste Verzinsung von 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren versprochen.

Ein weiteres Zukunftsthema für die Solarkraft Tangerland ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Kombination mit Photovoltaikstromnutzung in der Region. Dazu hat das Autohaus Prignitz aus Stendal Autos präsentiert, die mittels Strom angetrieben werden können. Zur Umsetzung werden noch private Parkplatzbetreiber, Hotels- und Restaurants, Tankstellen, Ärztehäuser, Einkaufszentren gesucht, die eine Parkfläche zur Verfügung stellen und vielleicht sogar gleichzeitig ihre Dachfläche für die Stromerzeugung.